Als ich zehn war

Der Blogger Lutz Prauser hat eine Blogparade zum Thema "Als ich zehn war" gestartet. Es ist meine erste Blogparade, bei der ich mitmache und ich finde es jetzt schon toll.

 

Zehn Jahre - das ist eine Weile her.

Die Zeit war eine der Spannendsten für mich, denn da kippte die Welt um mich herum.

Ein Ereignis, bei dem ich heute noch denke: "Ein Glück, dass das geschehen war. Es hat mein Leben nachhaltig verbessert."

Mein zehnter Geburtstag

An den Geburtstag selbst, kann ich mich nicht erinnern, aber an die Gedanken, die ich zu dieser Zeit hatte. Denn lange vorher, hatte ich diesen Tag als Bedeutungsvoll eingestuft. Ich kann nicht genau sagen, warum. Nur, dass ich das Gefühl hatte, dass man mit Zehn einfach älter und wichtiger ist, als mit Neun oder Acht. Vielleicht hing es damit zusammen, dass die Zahl aus zwei Ziffern besteht, bedenkt man, dass die meisten Geburtstage zweistellig sind.

Ich war also nun kein kleines Kind mehr.

Die Welt um mich herum

Mit zehn Jahren, lebte ich mit meiner Mutter und meinen drei Schwestern zusammen in einer 4-Raum-Wohnung im östlichen Teil Deutschlands. Es war eine Plattenbausiedlung. Egal aus welchem Fenster ich sah, nur Blockhäuser, dazwischen ein Spielplatz. Außerdem konnt ich auf meine Kindergarten "Bummi" schauen und sehen, wie die Kinder dort spielten.

 

Die Schule war nur zehn Minuten entfernt, meist ging ich gemeinsam mit meinen Schwestern dort hin.

 

Ich hatte auch zwei Freundinnen. Wir spielten oft, dass ich eine Hexe bin und versuche, die Beiden zu verzaubern. Dafür kreierte ich mir sogar ein eigenes Hexenbuch mit Zaubersprüchen.

Oft habe ich meine beste Freundin besucht, die keine Geschwister, dafür um so mehr Haustiere hatte. Ich kann mich noch an eine Schildkröte, einen Vogel, zwei Meerschweinchen und sogar einen Frosch erinnern, für den wir manchmal Insekten sammelten. Das fand ich ganz schön eklig.

 

Zuhause zog ich mich gern in mein Zimmer zurück und träumte vor mich hin.

Da ich damals schon gerne schrieb, schenkte mir meine Mutter ein Buch, in dem ich alles verewigen konnte.

Ich habe es sogar noch.

... seid ihr neugierig? ...

... hier ein kleines Gedicht, inklusive Rechtschreibfehler ;-D

 

Gedicht von singen

 

Es war einmal ein Mann,

der schön singen kann.

Er hate einen Sohn,

er hat den hören tohn.

sie gingen auf der Heide,

und sangen von Getreide.

Da kam der kalte Regen,

und tröpfelte auf den Wegen.

Dann setzen sie sich in Grass,

trotzen bleiben sie klitsche nass.

Die Welt veränderte sich

Ich kann mich noch genau an diesen Morgen erinnern. Meine Mutter sagte überglücklich: "Die Grenzen sind auf." Sie hätte auch sagen können: "Der Bahnhof steht wo anders.", denn ich kapierte erst einmal gar nichts. Schon gar nicht, welche Tragweite das für mein ganzes Leben haben wird.

 

Gleich am Samstag nach der Schule (meine Mutter war so vernünftig, uns nicht aus der Schule zu nehmen) fuhren wir mit unserem Trabi "Rudi" nach Braunschweig. Ich war sehr aufgeregt und hatte besonders an der Grenze Angst. Was ist, wenn sie uns nicht zurück lassen? Oder meine Mama sich vertan hatte und wir ins Gefängnis kommen? Irgendwann später träumte ich sogar, dass mich ein Grenzsoldat verfolgt.

 

In Braunschweig gefiel es mir richtig gut. Es sah alles so toll aus, bunt und irgendwie neu. Die Einwohner begrüßten uns nett, manche schenkten uns Süßigkeiten. Die Herzlichkeit war überwältigend. Eine tolle Erfahrung, an die ich mich gerne zurück erinnere.

 

Nur auf dem Rückweg hatte ich wieder Angst.

 

Je öfter wir in den Westen fuhren, desto mehr begriff ich, was diese "Grenzöffnung" bedeutete.

Fazit

Das Alter von zehn Jahren, war für mich eines der spannendsten Jahre in meiner Kindheit.

 

Im nachhinein betrachtet bin ich sehr glücklich darüber, dass Deutschland ein Land ist. Ich glaube nicht, dass ich sonst Schriftstellerin geworden wäre. Die Wege, die ich gegangen bin, wären in der DDR so nicht möglich gewesen.

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Kommentare

  • Lutz Prauser (Donnerstag, 27. Oktober 2016 14:54)

    Vielen Dank für's Mitmachen - und vielen Dank für den Einblick in ein wirklich spannendes Jahr, das für uns alle so enorm viel verändert hat.

  • Andrea Theile (Donnerstag, 27. Oktober 2016 14:58)

    Danke für die Blogparade. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

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Über mich

Mein Name ist Andrea Theile. Ich bin Schriftstellerin der AT-Bücher und Motivations-Coach für Neuautoren. Mehr ...

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